Florian Avermann zeigte eine ganz starke Partie gegen Münster
Ein Duell auf Augenhöhe lieferten sich am Samstag in der Basketball-Regionalliga TVI und UBC Münster. Am Ende hatten die starken Ibbenbürener das „Pech des Tüchtigen“, denn beim 75:80 gegen die enttäuschenden Domstädter fehlten am Ende – wieder einmal – nur Nuancen.
IBBENBÜREN. Und das soll ein Meisterschaftskandidat gewesen sein? Viele der Zuschauer in der ausverkauften Kepler-Halle dürften sich am Samstagabend verwundert die Augen gerieben haben. Das Derby der Basketball-Regionalliga zwischen den SWAP Ballers Ibbenbüren und dem UBC Münster war nämlich nicht die Partie eines Kellerkindes gegen einen Aufstiegsaspiranten. Viel mehr duellierten sich zwei Teams auf Augenhöhe. Am Ende hatten die starken Ibbenbürener das „Pech des Tüchtigen“, denn beim 75:80 (32:38) gegen die enttäuschenden Domstädter fehlten am Ende – wieder einmal – nur Nuancen. Nach dem Spiel durften sie aber doch noch jubeln.
Warum durften die Ibbenbürener trotz Niederlage jubeln? Weil auch Verfolger Wulfen sein Spiel verlor – 70:78 gegen Düsseldorf. Da die Wulfener am letzten Spieltag gegen Tabellenführer Köln spielen, der einen Sieg zum Titelgewinn braucht, ist das Tor zum Klassenerhalt nun ganz weit offen, zumal der TVI mit Sechtem einen Gegner hat, für den es um nichts mehr geht.
Was war der Knackpunkt im Spiel? Ganz klar ein 10:0-Lauf der Gäste im Schlussviertel, mit dem sie aus einem Zwei-Punkte-Rückstand eine 69:61-Führung machten. Danach fehlte den Ibbenbürenern die Kraft, den Spieß ein weiteres Mal umzudrehen, obwohl sie immer in Schlagdistanz blieben.
Was gab am Ende den Ausschlag zugunsten der Münsteraner? Die Wurfquote. Die Gäste vom UBC hatten zwar insgesamt weniger Korbversuche, verwerteten aber mehr. Während der TVI aus dem Feld bei 26 von 75 Versuchen erfolgreich war, waren es die UBCler bei 28 von 67 Versuchen. Am deutlichsten war der Unterschied bei den Drei-Punkte-Würfen. Einer Erfolgsquote von 30,4 Prozent des TVI standen 42,9 Prozent der Münsteraner gegenüber.
Hätten die Ibbenbürener den Sieg auch verdient gehabt? Ja. Zunächst einmal, weil sie sich mehr Wurfchancen herausspielten als die Gäste. Das allein ist gegen eine starke Defense wie die der Münsteraner schon mal nicht schlecht. Aber auch deshalb, weil oft nur Nuancen fehlten, sich Bälle wieder aus dem Korb herausdrehten, Pässe nur knapp ihr Ziel verfehlten. Und kämpferisch ist der TVI in dieser Saison definitiv in der 1. Regionalliga angekommen. Einstellung und Moral stimmen.
Wer verdiente sich Bestnoten beim TVI? Topscorer war einmal mehr Courtney Allen Belger. Mit einer guten Quote wusste auch Patrick Olliges zu überzeugen. Dem Nordhorner gelang ein Double-Double (14 Punkte, 11 Rebounds).
War sonst noch was? Ja. Jasper Chiwuzie hatte Besuch von seiner Familie aus England bekommen und dankte mit guter Leistung.
War die Halle voll? Definitiv. Der TVI durfte ausverkauftes Haus melden. Auch aus Münster waren rund 70 Zuschauer mitgekommen. Auf den Rängen blieb es aber friedlich.
SWAP Ballers Ibbenbüren: Belger (17), Avermann (16), Chiwuzie (15), Olliges (14), Göknil (8), Kosel (3), Beuing (2), Westphal, Dolkemeyer, Patte (dnp), Reich (dnp), Joachim (dnp).
UBC Münster: Johnson (18), A. König (17), Tota (15), Henrichs (9), Narendorf (8), Touray (6), J. König (5), von Heydebrand (2), Placke, Steen (dnp), Tigges (dnp).
Gut gespielt und doch verloren – die Stimmen zum Spiel:
Tobias Hülsmeier (TVI-Teammanager): „Heute haben wir gezeigt, dass wir in diese Liga gehören.“
Florian Avermann: „Es ist für uns vor der großen Kulisse super gelaufen, nur haben wir leider verloren. Mit dieser Leistung ist in der nächsten Woche aber noch ein Sieg möglich.“
Atilla Göknil: „Unsere Niederlage ist ein Stück weit unverdient. Wir waren heute über weite Strecken die bessere Mannschaft. Am Ende haben wir es nicht clever genug heruntergespielt. Ich habe uns als die bessere Mannschaft gesehen.“
Patrick Olliges: „Uns fehlte am Ende ein bisschen die Luft. Münster hat unglaublich aggressiv gespielt. Dazu hätte bei uns der eine oder andere Ball mal reinkullern dürfen. Es war ein hartes Spiel auf beiden Seiten und beide Mannschaften hatten den Sieg verdient. Darauf müssen wir aufbauen und mit der Aggressivität nach Sechtem fahren.“
Timo Völkerink (TVI-Trainer): „Wir sind allmählich müde, uns unsere Niederlagen schönzureden. Es war wieder ein Super-Spiel von uns. Wir haben auf Augenhöhe mit Münster agiert und mit viel Leidenschaft gespielt. Aber wir sind selbst dafür zuständig, uns auch zu belohnen. Das ist wieder nicht gelungen, und das tut mir sehr leid für die Jungs. Wir mussten dem breiteren Kader der Münsteraner Tribut zollen. Vielleicht fehlten uns da am Ende ein wenig die Kräfte. Unser nächster Gegner Sechtem liegt uns. Da haben wir im Hinspiel ohne Courtney Belger eine gute Leistung geboten. Für Courtney werden sie kein Match-Up haben. Ich bin zuversichtlich, dass es da mit dem nächsten Sieg klappt.“
Philipp Kappenstein (UBC-Trainer): „Wir haben gewonnen, mehr war nicht zu erwarten angesichts der Vorbereitung, die viele grippegeschwächte Spieler verpasst haben. Offensiv fehlte uns daher auch der Rhythmus. Defensiv war das gerade in Halbzeit eins herausragend. Wir sind aber zu emotionslos in die zweite Halbzeit gestartet. Das Spiel haben wir dann wieder umbiegen können und standen als Team zusammen. Die Kulisse war toll, Ibbenbüren hat ja Jahre auf so ein Duell gewartet. Auch unsere Fans haben uns bestens unterstützt. Wir haben jetzt ein Finalspiel gegen Schalke, aber den Aufstieg nicht mehr in eigener Hand. Platz zwei ist auf jeden Fall gesichert jetzt – das ist die beste Platzierung einer UBC-Mannschaft seit Rückkehr in diese Liga.“
Quelle: IVZ






















