Dies ist eine Geschichte über einen Mann, der sich sonst im Hintergrund hält, der aber dennoch extrem wichtig ist: Tobias Kleingünther, auch bekannt als „Ticker-Toby“, engagiert sich ehrenamtlich in der Basketball-Abteilung des TV Ibbenbüren. Und er schreibt nicht nur den Ticker…

 

IBBENBÜREN. Er ist einer dieser Leute, ohne die es nicht funktionieren würde. Einer derer, die Dinge anpacken, die als Selbstverständlichkeiten wahrgenommen werden. Einer, der sich engagiert und dem es wichtig ist, dass er für andere etwas tun kann. Tobias Kleingünther (30) ist vielen Fans mittlerweile flapsig als „Ticker-Toby“ bekannt, doch er leistet noch viel mehr ehrenamtliche Arbeit in der Basketball-Abteilung des TV Ibbenbüren. „Ich bin froh über jeden Samstag, an dem ich das machen darf, und hoffe einfach, dass es so weitergeht“, sagt der Mann, der schlichtweg Lust hat zu helfen.

Großes Lob vom Manager

Eigentlich sollte dies ein Bericht darüber werden, wie Tobias Kleingünther Woche für Woche rund 250 TVI-Fans in einer Gruppe beim Kurznachrichtendienst „WhatsApp“ mit den Ergebnissen der Regionalliga-Basketballer versorgt. Doch wie es so häufig ist bei Ehrenamtlichen, stellte sich heraus, dass Kleingünther den Ticker „nur so nebenbei“ macht, wie er erzählt. Eigentlich ist er für die komplette Organisation der Heimspieltage des TVI verantwortlichen. Und das schon seit fast zwei Jahren. Er war auch vorher schon Helfer, jetzt hat er alle zwei Wochen 20 bis 30 Helfer in seiner Obhut, teilt Aufgaben zu, organisiert – und packt natürlich selbst mit an.

„Manchmal bin ich samstags ab morgens 9 Uhr unterwegs“, erzählt Kleingünther, „und dann eben durchgehend bis nach Spielende. Das kann schonmal 23.30 Uhr werden.“ Er fährt dann mit dem großen Bulli los, kauft ein, bringt alles zur Halle. Dort wird gegebenenfalls noch aufgeräumt, die Theke im Hallen-Innenraum muss komplett aufgebaut werden, genauso wie der Bereich für das Kampfgericht und die Kasse stellt sich auch nicht von alleine an den Eingang. Nach dem Spiel muss das natürlich alles wieder weg. Es kommt nicht selten vor, dass Tobias Kleingünther bei Heimspielen der Erste, aber auch der Letzte in der Halle ist. TVI-Manager Tobias Hülsmeier lobt ihn überschwänglich: „Toby ist ein echter Hauptgewinn für die Basketballabteilung. Seine von uns bekannt gegebene Verpflichtung bei Facebook hat genauso viele Likes bekommen wie eine Spielervorstellung, alleine daran sieht man seinen Status. Er ersetzt locker drei Ehrenamtliche. Von mir an dieser Stelle mal einen Riesendank!“

Der Wille, sich zu engagieren

Kleingünther hat auch selbst Basketball gespielt, die komplette Jugend durch und dann eine lange Pause eingelegt. Irgendwann ist er dann doch mal wieder in die Halle gekommen, als seine ehemaligen Mitspieler aus früheren Zeiten mittlerweile für die Erste spielten. „Ich hatte lange Zeit kein Vereinsleben, habe mich nicht engagiert“, erzählt Kleingünther. Das wollte er ändern und hat fortan mit angepackt. Die Entwicklung, vor vier Jahren vor 200 Zuschauern in der Goethehalle gespielt zu haben und das jetzt vor mitunter 1000 Fans in der Halle Ost zu tun, sieht er gerne. „Das ist schon eine Hausnummer, die Spiele werden immer attraktiver“, findet er. Und: „Es macht mir einfach Spaß mit den Leuten hier.“

 

„Da war ich selbst nass geschwitzt“

Und wie ist das jetzt mit dem Liveticker? Der ist eigentlich nur zufällig entstanden, zu Beginn gehörte er nicht mal der Gruppe an, die die Ergebnisse der Auswärtsspiele wissen wollte. Mit der Zeit ist er aber zum „Ticker-Toby“ geworden und hat in dieser Saison noch kein TVI-Spiel verpasst – egal, ob Testspiel, Meisterschaft oder Pokal. Der Mann reißt ohne Ende Kilometer ab für seinen Verein. Und weil er eh da ist, hält er die Fans auf dem Laufenden. Das Interesse wurde immer mehr, sodass er mittlerweile von jedem Spiel jeden einzelnen Punkt tickert. „Am Anfang war das schwierig, sich auf das Spiel zu konzentrieren, aber mittlerweile läuft das ohne viel Stress ab“, sagt Kleingünther.

Der Ticker wird tatsächlich auf der ganzen Welt gelesen: Die Familien von Denzel Johnson in den USA oder Albert del Hoyo in Spanien sind dabei. „Es hat schonmal jemand auf einer Weltreise in Südamerika mitgelesen. Dann hast du natürlich richtig Bock, das motiviert“, sagt Kleingünther. Er erinnert sich auch an ein enges Auswärtsspiel in Grevenbroich, am Ende konnte er gar nicht mehr so schnell schreiben, wie die Körbe fielen. „Da war ich selbst nass geschwitzt“, weiß er noch. „Dann schreibst du ‚Sieg‘, ‚Ende‘ und fünf Smileys und bekommst 50 Nachrichten hinterher, wie sich die Ibbenbürener Basketball-Gemeinde drüber freut.“ Anderen eine Freude machen – das macht Tobias Kleingünther einfach gerne. Er ist eben viel mehr als nur der „Ticker-Toby“.

Quelle: IVZ / Foto: Jan Kappelhoff

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