TVI-Manager “Diesel” Hülsmeier zog vor Beginn des neuen Jahres eine Bilanz der bisherigen Saison

Die Regionalliga-Basketballer des TV Ibbenbüren beenden am Freitagabend ihre dreiwöchige Spielpause. Zeit, um nach 16 von 26 Ligaspielen ein Zwischenfazit mit Manager Tobias Hülsmeier zu ziehen.

 Herr Hülsmeier, die Pause nach dem Derby gegen Münster war mit drei Wochen nicht zu lang. War sie trotzdem notwendig?

Hülsmeier: Notwendig vielleicht jetzt nicht, aber für uns sicher auch nicht schlecht. Alle Spieler konnten ihre Blessuren so ein wenig pflegen und mal durchatmen. Man darf nicht vergessen, dass wir in der 1. Regionalliga ja schon recht professionelle Anforderungen an unsere Spieler stellen, auch an die, die voll berufstätig sind und das als Hobby betreiben.

Devin Grimes wurde gegen Münster disqualifiziert. Gibt es schon Informationen über das Strafmaß?

Hülsmeier: Der Verband hat ein Statement von uns angefordert. Dieses haben wir auf Grundlage des Videos des Spiels auch abgegeben und gebeten, die Disqualifikation aufzuheben. Auf dem Video ist eindeutig zu sehen, dass Devin zwar definitiv hart und auch unsportlich foult, aber keinerlei Aktion von ihm ausgeht, die ein disqualifizierendes Foul rechtfertigt. Wir haben weiterhin klargestellt, dass wir den Schiedsrichtern aber keinerlei Vorwürfe machen. Die müssen in wenigen Sekunden entscheiden. Ich habe viel Zeit gehabt, die entscheidende Szene auf Video zu sichten. Eine Antwort auf unser Statement haben wir allerdings bis heute noch nicht.

Münster ist insgesamt sicher nicht der Maßstab für den TVI. Trotzdem: Welche Lehren haben Sie aus dem Spiel gezogen?

Hülsmeier: Das Münster-Spiel hat noch mal deutlich unsere Stärken und Schwächen, die wir bereits die ganze Saison zeigen, in einem Spiel komprimiert aufgezeigt. Wir haben den Tabellenführer 15 Minuten lang dominiert. Allerdings waren wir nicht in der Lage, diesen Druck über 40 Minuten zu halten. Und davon abgesehen hat Münster die beste zweite Halbzeit der Saison hingelegt. Mit der Trefferquote und Effektivität kann Münster auch eine Liga höher Meister werden.

Sechs Siege, zehn Niederlagen, zwölf Punkte. Ist die bisherige Ausbeute nach 16 von 26 Spielen so in Ordnung?

Hülsmeier: Ich formuliere es mal um: Wir stehen auf Platz 10 in der Tabelle, was auch unser ausgerufenes Ziel vor der Saison war. Es sind nur vier Punkte zu einem potenziellen Abstiegsplatz, aber auch nur vier Punkte bis Platz 6. Die Liga ist im Mittelfeld in diesem Jahr extrem ausgeglichen. Diese Konstellation bringt eine hohe Spannung in die Saison, mit allen Vor- und Nachteilen. Wenn man dann noch unsere ungeplanten Personalfluktuationen sieht, stehen wir gut da. Die Ausbeute ist also in Ordnung.

Erst gab es zwei Auswärtssiege, dann vier zu Hause. Lag das an den Gegnern oder spielt im Ligavergleich auch das Ibbenbürener Publikum eine Rolle?

Hülsmeier: Natürlich liegt es immer auch an den Gegnern, aber auch an anderen Rahmenbedingungen wie Tagesform, Trainingswoche, Verletzungen und anderen Einflüssen. Aber nur zu gerne sage ich hier erneut, dass unser Heimpublikum uns wirklich sehr stark unterstützt. Gerade wenn man, wie ich, die letzten 20 Jahre TVI-Basketball mitbekommen hat, kann man sicher sagen: Das ist das beste TVI-Publikum seit Jahren und die besten Fans der gesamten Liga.

Von den restlichen Spielen sind nur noch vier zu Hause. Wie schwierig wird es, die Klasse zu halten?

Hülsmeier: Natürlich wird es schwierig, aber wir sind der TVI: Wir schauen nach vorne und nicht nach unten.

Beim Querschnitt durch die Neuzugänge des Sommers: Haben alle die Erwartungen im Großen und Ganzen erfüllt?

Hülsmeier: Definitiv ja. Bobby Naubert spielt einen sehr guten und – wie alle sehen können – extrem schnellen Ball. Gene Hagner hat nach anfänglichen Umstellungsschwierigkeiten vor seiner Verletzung sehr gute Spiele abgeliefert, Devin Grimes hat seine Wichtigkeit sofort unter Beweis gestellt und auch Maikel Post spielt eine sehr starke Saison.

Von wem kann noch mehr kommen?

Hülsmeier: Da will ich mal kein Fingerpointing betreiben. Grundsätzlich haben gerade zwei, drei Spieler eine kleine Formkrise. Das ist aber auch völlig normal und hat individuell unterschiedlichste Gründe. Ich sage mal fiktiv: Wenn unsere Bankspieler konstant 20 Prozent mehr Leistung bringen, dann spielen wir im sicheren Mittelfeld dieser Liga mit. Aber genau diese 20 Prozent sind sehr schwer zu erreichen, wenn man Basketball als Hobby betreibt. Wir haben uns dennoch bewusst entschieden, mit einem Kader in die Saison zu gehen, der auf die vielen Eigengewächse im Team setzt. Das ist in dieser Liga ganz selten.

Bitte vervollständigen Sie: Ich wünsche mir für den TVI-Basketball in 2016 …

Hülsmeier: Ein paar mehr ehrenamtliche Helfer und [B]all together.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung

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